07.08.
2025

Party.San Open Air 2025

Flugplatz Obermehler, Schlotheim/Obermehler

Zeiten und Zahlen

Einlass: Do, 07. Aug 2025 - 11:00 Uhr
Start: Do, 07. Aug 2025 - 13:45 Uhr
Ende: So, 10. Aug 2025 - 01:00 Uhr

Preis: 149,99 EUR

Ticket:

Location


Am Flugplatz 1
99996, Schlotheim/Obermehler
Deutschland

Webseite:


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persönliche Eindrücke

Zwanzig

Optimale Wetterbedingungen, klasse Line-up und ein Kofferraum voll kühler Getränke.
So ging es zum persönlichen Festivalfavoriten gen Schlotheim.

Und es war herrlich: Bier, Bratwurst, Bühnenpendellauf.
Wiederbelebte Erinnerungen, gescheiterte Pläne, geile Mucke, nette Leute, Landebahnromantik.

„Wie war's?“
„Schön - wie eh und je!“, begann er und schwieg.

Mein zwanzigstes PSOA; wenige Beziehungen sind so stabil.
Und eine Frage steht im Raum: Wie konnte es so weit kommen?

In solchen Zeiträumen werden Kinder geboren, großgezogen und verlassen (hoffentlich) das Elternhaus.
Wieso zieht es mich konstant hier her? Der Versuch, dieses Phänomen anderen zu erklären, scheitert zuverlässig. Gut; Großeltern, Prüfungskommissionen und die Frau an der Supermarktkasse, die sich über den ausgiebigen Dosenbierkonsum wundert, sind denkbar schwierige Rezipienten.

Man könnte natürlich auch fragen, wieso manch einer regelmäßig den selben Urlaubsort ansteuert.
„Same shit, different year!“ wäre wohl die Kurzantwort.
Ich glaube, man kann mich mit verbundenen Augen über das Areal jagen und ich finde auch die letzte Fressbude blind. Wo stehen die größeren Zelte, das Coffee-Bike, die Merch-Händler; alles im Gedächtnis.

Im Prinzip sind die Erinnerungsmuster ähnlich denen, die sich damals im Sommerurlaub mit den Eltern ins Hirn frästen. Im lauwarmen Plattensee toten Fischen ausweichen, Pommes zum Mittag, abends Kesselgulasch („Man darf nicht erkennen, ob er scharf ist - oder heiß!“) Darauf dann ein Eis an der Promenade mit dem Potpourri der guten Laune aus gellenden Radioboxen. Und genau so läuft das alljährlich auf dem Party.San - nur ohne Kesselgulasch.

Eine Anfahrt voller Erwartungen über Feld und Flur. Auf holprigen Straßen vorbei an goldgelbem Weizen, Sonnenblumen und Windrädern. Dann und wann mal ein kleiner Ort. Schilder weisen freundlich darauf hin, dass hier Menschen leben. Hm?!
In der letzten Dekade lockern spontane Umleitungen zuverlässig das monotone Navigationsprogramm auf. 70, 50, 30 - der finale Countdown. Scharfe Rechtskurve, Schrittgeschwindigkeit, „Welcome To Hell“.

Wenn das Auto geparkt ist, das Zelt steht und die Bierdose nasskalt in der Hand liegt, dann verdrängt völlige Zufriedenheit jegliche Negativität. Das Lustprinzip wird zum Primat. Es scheint, als könnte der Zaun des Flugplatzgeländes auch die Zwänge des Alltags fernhalten.

So weit, so gleich. Etwas Abwechslung bietet mitunter das Wetter.
Ich hatte hier schon Dauerregen, Sturmböen, Gluthitze, Doppelregenbögen und Temperaturen im einstelligen Bereich. Aber so ist es eben im Urlaub. Lässt sich ziemlich schlecht planen, diese zweite Augustwoche.

Apropos Planung. Bereits im Vorfeld werden die wichtigen Entscheidungen getroffen: welches Bier, welche Bands sind Pflicht, wann gönnt man sich Zeit für Muße und gepflegte Konversation? All dies scheitert zuverlässig; die Getränke werden wild durcheinander getrunken und Gossendialoge zerlegen den musikalischen Fahrplan. Und selbst im Chaos erscheint ein gewisses System. Es kommt garantiert anders. Und das ist auch gut so.

Wenn es doch aber ständig dasselbe ist, wieso wird es nie langweilig?
Warum der unbändige Drang nach dem Festival sofort die nächste Edition anzuvisieren?
Sicherheit in einer Zeit entgrenzter Gewissheiten?
Die Hoffnung, dass auch im nächsten Jahr alles gut sein wird, zumindest an diesem einen Wochenende.
In diesem emotionalen Heimathafen, wo jeder die Lieder in deinem Kopf mitsummen kann; respektive zustimmend nickt.

Musikalisch betrachtet bin ich hier sowieso zuhause. Die Mischung aus dem Fundus der extremen Spielarten bietet mir zuverlässig Sehenswertes.
Und selbst in Jahren, in denen ich mit einer gewissen Voreingenommenheit ob der Bands anreise, wurde ich positiv überrascht. Ja sicher, die Plakate ähneln sich speziell im oberen Bereich, aber insgesamt ist es doch genau das, was ich sehen will.

Irgendwie hat sich bei mir die Tendenz eingeschlichen, die Flyer von unten nach oben zu lesen. Die für mich wichtigsten Combos stehen unten, die Mitte ist mir meist egal und die Headliner dienen mehr oder weniger als interessante Zugabe. Und genau so empfand ich es auch die letzten Jahre in der Retrospektive.
Die intensivsten Eindrücke habe ich selten in völliger Dunkelheit gewonnen. (Die zum Teil purgatorischen Umstände der Zeltbühne erschaffen auch so etwas wie Atmosphäre.)
Ach ja: den musikalischen Quotenaußenseiter jedes Jahr begrüße ich ausdrücklich! Im besten Fall eine Entdeckung, im schlimmsten Zeit, körperlichen Bedürfnissen nachzugeben.

Nichts läge mir ferner, als mich über die Bandauswahl zu echauffieren. Würde ich etwas anderes konsumieren wollen, selten gab es wohl eine solche Vielzahl an Festivalalternativen.
Ich verstehe auch die Beschwerden nicht. Wie sollte denn ein anderes Billing aussehen? Wie die zusammengewürfelte Playlist eines Streaming-Dienstleisters?
Kuratierung ist Mehrwert!
Lange Rede, kurzer Sinn: Studiere ich die Line-ups anderer Festivals, so fühle ich mich hier noch am besten aufgehoben.

Der Sound scheint auch so eine Geschmackssache zu sein. Mit Sicherheit hat jeder nach einem Auftritt einen anderen Eindruck gewonnen. Von „vom Winde verweht“ bis „glasklarer Klang wie von CD“ bekommt man jedweden auditiven Vergleich geboten. Seltsamerweise geht's um dieselbe Band auf derselben Bühne. Leute, die direkt neben mir stehen, urteilen konsequent anders als ich.
Zur Tonqualität im Zelt wurde schon genug gesagt/geschrieben. Ich erlebte extrem gute Auftritte, aber auch einige Tiefpunkte, in all der Zeit.

Ich mag sie, die Vehemenz, Veränderungen abzulehnen. Wer kann schon sagen „Früher war alles besser!", ist hier doch alles Dauerzustand.
Wollen Kritiker dieses Umstands gar die Veränderung nur, um sich zukünftig in altweiser Trveness selbst versichern zu können 'damals dabei gewesen zu sein'?
Abstruser Gedanke.
Wie sollte eigentlich diese Veränderung aussehen? Mir selbst fehlt, offen gestanden, die Fantasie.

Ok ok; demografischer Wandel ... mehr Sitzgelegenheiten, mehr Klos und am besten das halbe Areal als Stellplatz für Wohnmobile.
Aus unerfindlichen Gründen schwappen mir just Gedanken über „Metal“-Kreuzfahrten ins Bewusstsein.
Kurz: Ich vermisse nichts. Jedes Mehr wäre mir ein Zuviel. Am besten bleibt alles so wie es ist. Basta!

Wo wir gerade beim Thema Kontinuität sind: Die Fans. Immer dieselben hier.
Nein, ich werde jetzt nicht das Bild der Genpoolparty bemühen.

Es begab sich beispielsweise, dass ich es mehrere Jahre hintereinander schaffte, aus purem Zufall neben einer kleinen Familienbande aus Vater und Sohn zu kampieren. Und diese waren auch regelmäßig bemüht, mich vom verringerten Kümmelgehalt der „Wahren Thüringer Rostbratwurst“ aus Schmalkalden zu überzeugen. Jahr um Jahr wurde ich so geweckt: Grillgeruch, der Bautz'ner in Sichtweite und die Gewissheit, die beste BraWu auf dem Rollfeld offeriert zu bekommen.

Oder der Typ, welcher stets neben mir in einem Zelt für Kinder übernachtete. Die Stiefel außerhalb (aber noch an den Füßen), der Rest innerhalb der Dackelgarage. Geräusche wie im Wildpark, aber nach der alltäglichen Auferstehung ein wahnsinnig guter Gesprächspartner.

Ich kann Geschichten erzählen. Von drei Typen, die den Motorblock ihres Fahrzeugs mit Instant-Kartoffelpüree eingerieben haben. Nackedeis mit sonderbaren Ritualen zur Reviermarkierung. Ein minderjähriger Lemmy mit Wandergitarre. Egal ...

Ach! Und sollte man tatsächlich einmal ohne Getränk in der Hand über den Zeltplatz schleichen, so wird einem mit hoher Sicherheit unter irgendeinem Pavillon zugerufen, dass dieser Missstand dort behoben werden könne.

Ich hege ja den Verdacht, dass sich speziell dieser soziale Aspekt stabilisierend auf den Metabolismus auswirkt. Irgendwie wurde ich in all den Jahren nie gesundheitlich ausgeknockt. Kleinere Infekte oder ähnliches wurden wohl im Sturm der Euphorie davongetragen. Und selbst wenn man des Abends ein vermeintliches Kratzen im Hals verspürt, spätestens morgens gegen 13:00 Uhr im 40°C-Zelt flieht jedes Virus.


Wer noch kein Foto der Landebahn im Abendlicht gemacht hat, der werfe den ersten Stein!
Auf dem Speicher meines Telefons finden sich diverse Varianten desselben Motivs.
Pilger mit Plastikbechern in der Hand flanieren dem Sonnenuntergang entgegen, vereinzelt akzentuiert ein Dixi das Dämmerfarbenspiel. Hier und da Wegelagerer, die interessiert den Menschenfluss betrachten.

In der Ferne krächzt Unbestimmbares aus dem Radio eines baldigen ADAC-Mitglieds.
Und so tragen die müden, stiefelbewehrten Füße ein entrücktes Selbst gen Heimstatt.
Zum kühlen Bier, zu den Rekonvaleszenten oder schlicht zum Jacke-holen.

Der Rückweg zum Spektakel fühlt sich kürzer an. Das könnte aber auch am beschleunigten Schritt liegen, denn stets geht man zu spät los um noch unbedingt den Rest vom wichtigsten Gig des Tages zu erhaschen. Und so stürzt man das Kaltgetränk herunter, um das Weißblech - fachgerecht entleert - im Container am Eingang entsorgen zu können. Dass sich der Magen jetzt anfühlt, als hätte man eine Flasche Spülmittel in einen Luftballon umgefüllt, ordentlich Bier drauf und ab damit aufs Trampolin - geschenkt.
Die Furcht, dass wegen der Presshalben mit der lautstark entweichenden Luft noch mehr mitkommt, kennt Normalbürger eher vom anderen Ende des Verdauungstrakts.
Nach dem triumphal absolvierten Gewaltmarsch, wird der Rest des langersehnten Auftritts stilecht verpasst.
Gleiches Tun, selbes Ergebnis. Wahnsinn!

Sonntagmorgen und die Konfrontation mit der Realität im Warum-nicht-immer-so.
Wobei, wenn ich es recht bedenke ... ein Immer-so aus chronischem Schlafmangel, statischem Pegel und Junk Food würde wohl jeden Körper recht schnell an die Leistungsgrenze bringen. Festival ist und sollte Ausnahmezustand sein; allein zum Eigenschutz. Dopamin hin oder her.

Die schmerzliche Rückkehr in den Alltag leitet bereits die Heimfahrt ein.
Während man sich erwartungsvoll auf der Anreise dem Ziel entgegen sehnte, so trödelt man nun widerstrebend zum Unvermeidlichen zurück.
Dem stillen Zuhause ohne laute Musik, die vielen Menschen und der Leichtigkeit des Seins.

Kurz nach der Ankunft weiß auch der letzte Nachbar dass man wieder zurück ist, wurde doch eben der blechern klappernde Müllbeutel lautstark dem Streitwagen entrissen.
Die freundlich gehobene Hand senkt sich träge irgendwo zwischen Gruß und Resignation. Und so naht Der Montag danach. Man ertappt sich, das Kinn auf die Faust gestützt, beim Gedanken „Erst vorgestern saß ich noch in meinem Campingstuhl am Rande einer Startpiste im Norden Thüringens.“
Nun gilt es wieder zu funktionieren, reagieren statt agieren - und das Ganze auch noch mit scheiß Mucke im Hintergrund.

Ach - eigentlich könnt' ich schon wieder ...

Einundzwanzig


geschrieben von

Line-up/Running Order

Donnertag - Mainstage
Donnertag - Tentstage
von bis Bands
21:50 22:30 Agrypnie (DE)
20:35 21:10 Chaos Invocation (DE)
19:30 20:05 Karg (AT)
18:25 19:00 Firtan (DE)
17:20 17:55 Theotoxin (AT)
16:20 16:55 Outlaw (BR)
15:20 15:55 Servant (DE)
Freitag - Mainstage
von bis Bands
23:45 01:00 Triptykon (CH)
22:20 23:20 I Am Morbid (US)
21:00 22:00 Rotting Christ (GR)
19:55 20:40 Brujeria (MX)
18:50 19:35 Suffocation (US)
17:45 18:30 Defleshed (SE)
16:45 17:30 Hellbutcher (SE)
15:45 16:30 Wayfarer (US)
14:45 15:30 Crypt Sermon (US)
13:45 14:30 The Vision Bleak (DE)
12:45 13:30 Hyperdontia (DK)
12:00 12:30 Party Cannon (GB)
Freitag - Tentstage
von bis Bands
21:50 22:30 Imperial Triumphant (US)
20:35 21:10 Drudensang (DE)
19:30 20:05 Gutslit (IN)
18:25 19:00 Friisk (DE)
17:20 17:55 Mass Worship (SE)
16:20 16:55 NAXEN (DE)
15:20 15:55 Heretic Warfare (DE)
Samstag - Mainstage
von bis Bands
23:45 01:00 Bloodbath (SE)
22:20 23:20 Gorgoroth (NO)
21:00 22:00 Tiamat (SE)
19:55 20:40 Grave (SE)
18:50 19:35 Pig Destroyer (US)
17:45 18:30 Skeletal Remains (US)
16:45 17:30 Ereb Altor (SE)
15:45 16:30 Analepsy (PT)
14:45 15:30 Schizophrenia (BE)
13:45 14:30 Necrowretch (FR)
12:45 13:30 Blockheads (FR)
12:00 12:30 Scalpture (DE)
Samstag - Tentstage
von bis Bands
21:50 22:30 Fulci (IT)
20:35 21:10 KVAEN (SE)
19:30 20:05 MØL (DK)
18:25 19:00 Dödsrit (SE)
17:20 17:55 Night in Gales (DE)
16:20 16:55 Avulsed (ES)
15:20 15:55 Nightbearer (DE)
11:00 12:00 Macbeth (DE)
10:00 10:45 Ass Cobra (DE)
Absagen
Bands
Abgesagt! Perchta (AT)
Abgesagt! White Ward (UA)

externe Verweise


Teilnehmer

Updates

  • 18.07.2025 - Line-up/Running Order aktualisiert
  • 18.07.2025 - Veranstaltungsbeginn aktualisiert
  • 12.07.2025 - Line-up/Running Order aktualisiert
  • 21.06.2025 - Line-up/Running Order aktualisiert
  • 20.06.2025 - Line-up/Running Order aktualisiert
  • 19.06.2025 - Line-up/Running Order aktualisiert
  • 20.05.2025 - Line-up/Running Order aktualisiert
  • 02.04.2025 - Line-up/Running Order aktualisiert
  • 17.03.2025 - Flyer aktualisiert
  • 17.03.2025 - Line-up/Running Order aktualisiert


Dieses Event wurde von Mimikry am 11.08.2024 angelegt.

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